Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise klettern auf höchsten Stand seit sechs Wochen - Heizölpreise immer noch attraktiv

06.11.2019
Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise klettern auf höchsten Stand seit sechs Wochen - Heizölpreise immer noch attraktiv
 
(06.11.2019) Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben gestern erneut Gewinne verbuchen können und sind auf den höchsten Stand seit Ende September geklettert. Obwohl auch der Euro im Vergleich zum US-Dollar weiter an Wert verloren hat, werden die Heizöl-Notierungen hierzulande heute nur mit leichten Aufschlägen in den Handel starten.

Aktuell stehen die Januar-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 62,60 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 56,95 Dollar. Der Euro erleidet erneut einen Schwächeanfall und wird heute Morgen nur noch zu Kursen um 1,1075 Dollar gehandelt.

Die zuletzt recht positiv ausgefallenen Konjunkturdaten, vor allem aus den USA, haben den Ölmarkt in den vergangenen Tagen stabilisiert und die Rohölpreise konnten teilweise deutliche Gewinne verbuchen. Auch die Tatsache, dass Russland zuletzt weniger gefördert hat, als dies das OPEC-Förderabkommen eigentlich vorgesehen hatte, wirkte preistreibend. Hinzu kam eine Preiserhöhung für Öllieferungen im Dezember durch den saudischen Ölkonzerns Aramco, sowie ein weiterer deutlicher Rückgang der aktiven US-Bohranlagen.
Dieser wird am Börsenparkett zuletzt immer häufiger diskutiert, ist doch in Folge damit zu rechnen, dass die US-Schieferölindustrie im kommenden Jahr deutlich schwächer wachsen, eventuell sogar stagnieren wird. Russland hatte ja bereits vor einiger Zeit angeregt, dies beim nächsten OPEC-Treffen zu beachten, das am 5. Dezember in Wien stattfinden soll. Einen Tag später stoßen die am Förderabkommen beteiligten Nicht-OPEC-Länder hinzu und werden dann wohl eine weitere Förderkürzung beschließen.
Dies ist jedenfalls die allgemeine Erwartungshaltung am Markt, die durch den OPEC-Jahresbericht, der gestern veröffentlicht wurde, auch noch verstärkt wurde. In diesem geht das Kartell nämlich davon aus, dass der Bedarf aus den Reihen der Mitglieder bis 2025 stetig zurückgehen wird. Somit ist man wohl gezwungen, der Fördermengen ständig nach unten anzupassen, will man die Ölpreise halbwegs stabil halten.
Nachdem die gestern veröffentlichten Konjunkturdaten aus den USA eher gemischt ausgefallen waren, gab es nach Börsenschluss die wöchentlichen US-Ölbestandsdaen des American Petroleum Institute (API), die aber ebenfalls keine klaren Impulse brachten. Die Rohölvorräten stiegen im Vergleich zur Vorwoche um 4,3 Millionen Barrel an, dafür gingen die Produktbestände um 5,8 Millionen Fass zurück. Da auch die Analysten im Vorfeld in Summe mit einem Rückgang in dieser Größenordnung gerechnet hatten, blieb eine spürbare Reaktion auf das Zahlenwerk bislang aus.

Am Devisenmarkt konnte der US-Dollar im Vergleich zum Euro auch gestern wieder deutlich zulegen. Zum einen wurde dies mit der Hoffnung auf eine weitere Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China begründet, zum anderen mit der zuletzt besseren Stimmung im US-Dienstleistungssektor.

Insgesamt also wieder keine guten Vorgaben für den deutschen Inlandsmarkt, wo die Heizölpreise wohl auch heute mit Aufschlägen in den Tag starten werden. Erste Preistendenzen und aktuelle Berechnungen lassen aus morgendlicher Sicht aber nur ein Miniplus von maximal 0,3 Cent pro Liter erwarten. Trotz der Verteuerung in den vergangenen Tagen, stehen die Notierungen immer noch unter dem Durchschnittspreis der letzten drei Monate und können weiterhin als durchaus attraktiv bezeichnet werden. Entsprechend ist das Bestellaufkommen weiterhin relativ hoch.